NewcomerPorträt

Andreas Birkenfeld

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ENTWICKLUNG
PRÄZISER
THERAPIEN
VORANTREIBEN

Als Arzt und Forscher will
Andreas Birkenfeld die Entwicklung
präziser Diabetes-Therapien
vorantreiben und den wissenschaftlichen
Nachwuchs fördern.

„Am Anfang war es Neugierde, die mich angetrieben hat. Ich wollte durch mein eigenes Handeln, durch meine eigene Forschung, den Stoffwechsel und die Wechselwirkung zwischen den Organen besser verstehen", sagt der Diabetologe Andreas Birkenfeld, Leiter des DZD-Standorts in Tübingen und Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin – Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Tübingen.

Seit 2019 ist er Sprecher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Er möchte, dass die Patienten von seinen Forschungsergebnissen profitieren: Als Wissenschaftler und Arzt arbeitet er deshalb daran, daraus neue Erkenntnisse und Therapieansätze für die Patienten abzuleiten.

Birkenfeld promovierte an der Charité Berlin und absolvierte dort die Facharztausbildung für Innere Medizin. An der Universität Yale erforschte er die Regulation des Glucose- und Lipidstoffwechsels. Danach arbeitete er als Arzt und Forscher an der Charité und am DZD-Partner Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE). 2014 wurde er auf die Professur für Metabolisch-Vaskuläre Medizin am Dresdner Universitätsklinikum berufen.

Darüber hinaus leitete er eine Forschungsgruppe am DZD-Partner Paul-Langerhans-Institut und übernahm Ende 2019 die Leitung des DZD-Partners Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM). „Im DZD bin ich sozusagen wissenschaftlich erwachsen geworden", fasst Birkenfeld seinen bisherigen beruflichen Werdegang zusammen. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den New Investigator Award der American Diabetes Association (ADA) und den Rising Star der European Association for the Study of Diabetes (EASD).

Den begeisterten Arzt und Forscher treiben zwei Themen besonders an: Er möchte den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und die Entwicklung präziser Therapien für Menschen mit einem Risiko für Diabetes vorantreiben. „Wir haben festgestellt, dass es verschiedene Subtypen des Prädiabetes gibt. Je nachdem, an welchem Typ der Diabetesvorstufe die Menschen leiden, haben sie ein unterschiedlich hohes Risiko für Diabetes und Folgeerkrankungen", erläutert Birkenfeld. Diese neuen Erkenntnisse können den Einstieg in die Präzisionsmedizin ermöglichen.

Andreas Birkenfeld

Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld leitet die Klinik für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Tübingen. Nach seinem Studium an der Yale University hat er an der Charité Berlin in der Abteilung Endokrinologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin gearbeitet, danach am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden im Bereich Metabolisch-Vaskuläre Medizin. 2019 wechselte er nach Tübingen.

Nicoals Kahn

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ALS CLINICIAN SCIENTIST
MUSS MAN
THERAPIEN
FLEXIBEL SEIN

Nicolas Kahn verbindet
klinische Arbeit mit Forschung,
um Therapieoptionen bei interstitiellen
Lungenerkrankungen zu erweitern.

Das Interesse an der Pneumologie brachte Nicolas Kahn bereits während seines Studiums an die Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, an der er seit 2018 als Oberarzt für Pneumologie und Beatmungsmedizin tätig ist. Klinisch interessiert er sich vor allem für Interstitielle und seltene Lungenerkrankungen.

Eine Promotion im Bereich der translationalen Forschung und die dort erlebte enge Kooperation zwischen Klinik und Grundlagenforschung weckte in ihm das Bedürfnis, sich auch wissenschaftlich weiter zu engagieren: Wenn Kahn den Arztkittel ablegt, schlüpft er in den Laborkittel, um nach Biomarkern zu fahnden, die ihm helfen, die Schwere der Erkrankung und mögliche Progressionen bei seinen Patienten vorhersagen zu können.

Der Begriff Interstitielle Lungenerkrankung umfasst eine Gruppe verschiedenster Lungenerkrankungen, die das Zwischengewebe der Lunge, das sogenannte Interstitium, und die Lungenbläschen, die Alveolen, betreffen. „Wenn man für seine Patienten teilweise nur wenige Therapieoptionen zur Verfügung hat, ist das eine große Motivation für mich, Forschungsprojekte voranzubringen, um diese Situation langfristig zu verbessern", so Kahn.

Es braucht Kraft, doch „in einem fordernden, aber auch fördernden Umfeld, in dem die eigene Arbeit wertgeschätzt wird, nimmt man das gerne auf sich." Die Versorgung der Patienten habe für ihn dabei immer Vorrang. „Manchmal muss dann die Forschungsarbeit auf einen späteren Tageszeitpunkt verschoben werden. Als Clinician Scientist muss man flexibel sein."

Das DZL bietet ihm die nötige Struktur: Kahn schätzt vor allem die unbürokratischen Abläufe und flachen Hierarchien. Neben dem vielfältigen Angebot der DZL Academy für engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ermöglicht das Zentrum auch die Präsentation von Forschungsarbeit auf internationalen Kongressen: „Wenn man gute Ergebnisse vorlegt, werden einem die dafür nötigen Freiräume geschaffen."

Nicolas Kahn

Dr. med. Nicoals Kahn ist Clinician Scientist im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL). An der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg ist er Oberarzt für Pneumologie und Beatmungsmedizin und engagiert sich vor allem im Zentrum für Interstitielle und seltene Lungenerkrankungen. Im DZL forscht er nach Biomarkern, um die komplexe Lungenerkrankung und deren Verläufe weiter zu entschlüsseln.

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