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FORSCHEN FÜR GESUNDHEIT - unter diesem Motto berichten die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) zweimal im Jahr über Projekte und Erfolge in der translationalen Forschung.

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Eine vernetzte Forschung sorgt für Durchbrüche im Kampf gegen Volkskrankheiten.

Das Stichwort lautet:
Translation

Auf dieses Netzwerk kann Deutschland stolz sein.

Die Gründung der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zurück. Ihr Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in die klinische Anwendung zu bringen. 

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Ausgabe #2 | 2020

Genetische Ursache für die nicht-alkoholische Fettleber entdeckt

Die nicht-alkoholische Fettleber (nonalcoholic fatty liver disease, NAFLD) ist in Europa und den USA die häufigste Ursache für chronische Lebererkrankungen. In Deutschland leiden etwa 18 Millionen Menschen daran. NAFLD ist oft mit weiteren Erkrankungen verbunden wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und der Fettstoffwechselstörung Dyslipidämie. Neben einem ungesunden Lebensstil mit einer fett- und zuckerreichen Ernährung sowie Bewegungsmangel ist auch eine genetische Veranlagung für die Entstehung dieser Lebererkrankung verantwortlich.

NAFLD ist eine komplexe Erkrankung, für die es nicht nur ein Krankheitsgen gibt. Vielmehr spielen die Interaktionen verschiedener Gene sowie epigenetische Faktoren eine Rolle. Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) haben jetzt eine neue Genfamilie entdeckt, die eine wichtige Rolle bei der Vermeidung der Fettleberentstehung spielt. Die Gene IRGM, Ifgga2 und Ifgga4 sorgen bei Menschen bzw. bei Mäusen für die Produktion regulatorischer Proteine der Familie der immun-assoziierten GTPasen, die einer Fettansammlung in der Leber entgegenwirken. Eine genetische Veränderung führt jedoch dazu, dass weniger dieser Proteine gebildet werden.

DZD

Darmkrebsfrüherkennung: Versicherte nutzen Test dreimal häufiger bei erleichtertem Zugang

Darmkrebsfrüherkennung

Darmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen – allein in Deutschland erkranken jährlich knapp 60.000 Menschen. Gesetzlich krankenversicherte Männer und Frauen ab dem Alter von 50 Jahren haben daher einen Anspruch auf einen kostenlosen immunologischen Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung. Bislang nutzen jedoch nur wenige dieses Angebot.

Jetzt zeigt eine Studie, die Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg durchgeführt haben: Die Versicherten nehmen das Angebot dreimal so oft an, wenn sie den Test per Post erhalten und zurückschicken können.

DKTK

Immunzellen gegen Alzheimer?

Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians- Universität München haben gemeinsam mit einem US-amerikanischen Unternehmen einen Ansatz entwickelt, um Immunzellen des Gehirns so zu stimulieren, dass sie möglicherweise einen besseren Schutz vor der Alzheimer-Erkrankung bieten. Ihr Konzept beruht auf einem biotechnologisch hergestellten Antikörper, der die Immunzellen dazu anregt, Ablagerungen bestimmter Eiweißstoffe (sogenannte Plaques) zu beseitigen. In Laborexperimenten konnten sie diese Wirkung nachweisen. Diese Forschungsergebnisse könnten langfristig zur Entwicklung neuer Therapien gegen Demenz beitragen.

DZNE

Wie viele Menschen sind heute schon immun gegen SARS-CoV-2?

Wer hat eine Infektion mit dem Virus unbemerkt überstanden, wie viele Menschen haben bereits schützende Antikörper gegen das neue Coronavirus gebildet? Verschiedene Antikörperstudien sollen Aufschluss über die Immunität oder Seroprävalenz in der Bevölkerung geben. Um diese Studien jedoch zeitnah und verlässlich vergleichen und übergreifend auswerten zu können, baut das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mit LEOSS.sero-survey eine Plattform auf, die die Methodik und die Ergebnisse der Tests sammelt und die Daten interessierten Forschern zugänglich macht.

DZIF

Krankheitsverlauf bei Lungenkrebs vorhersagen

Sowohl am Rand von Lungentumoren als auch im Zentrum des Tumors findet man häufig charakteristische Ansammlungen bestimmter weißer Blutkörperchen, sogenannter Tumor-assoziierter Makrophagen. Dabei existieren zwei Populationen mit gegensätzlicher Wirkung auf den Tumor: Während die einen tumorfördernd sind, hemmt die zweite Makrophagen-Population das Krebswachstum. DZL-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass Lage und Dichte der beiden Zellpopulationen im Tumorgewebe eine Vorhersage über den Verlauf der Erkrankung ermöglichen. Daraus werden neue therapeutische Möglichkeiten erwachsen.

DZL

Ein Impfstoff gegen SARS-CoV-2 wird klinisch getestet

Impfstoff gegen Coronavirus

Der im DZIF entwickelte Vektor-Impfstoff gegen das neue Coronavirus hat die Genehmigung des Paul-Ehrlich- Instituts zur klinischen Prüfung erhalten. Damit kann der Impfstoff im Oktober 2020 erstmals an freiwilligen Probanden getestet werden. In der klinischen Phase I werden zunächst insgesamt 30 Gesunde geimpft, eingeschlossen wird die Altersgruppe 18 bis 45 Jahre. Ältere werden aus Sicherheitsgründen erst in der zweiten Phase dabei sein. Der Impfstoff wird gemeinsam von mehreren Partnern im DZIF und der Firma IDT Biologika entwickelt und hergestellt.

DZIF

Neuer Podcast

Unter dem Titel „Hirn & Heinrich" hat das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) einen Podcast gestartet, der in monatlicher Abfolge aktuelle Themen aus der Hirn- und Demenzforschung behandelt. Durch die Sendung führt die Journalistin und Moderatorin Sabine Heinrich. In den beiden ersten Ausgaben geht es um die Versorgung von Menschen mit Demenz und um Maßnahmen, die zur Erhaltung der geistigen Fitness beitragen – wie etwa körperliche Aktivität. Nachzuhören unter www.dzne.de/podcast und überall dort, wo es Podcasts gibt.

DZNE

Prasugrel bei Herzinfarkt überlegen

Bei akuten Durchblutungsstörungen des Herzmuskels ist die Behandlung mit Prasugrel besser als die mit Ticagrelor, fand die vom DZHK unterstützte ISAR-REACT 5-Studie heraus. Beide Wirkstoffe verhindern, dass Blutplättchen verklumpen, sind aber chemisch unterschiedlich. Mit Prasugrel kam es unerwarteter Weise zu weniger Herzinfarkten und auch das Blutungsrisiko war nicht erhöht. Die Studie hilft Ärzten zu entscheiden, welchen Blutverdünner sie nach Herzinfarkt oder instabiler Angina pectoris verordnen sollen.

DZHK

Erstes Medikament gegen Hepatitis D von der Europäischen Kommission zugelassen

Stephan Urban

Eine chronische Krankheit wird behandelbar: In diesem Jahr wurde das erste Medikament gegen Hepatitis D von der Europäischen Kommission unter dem Handelsnamen Hepcludex zugelassen. Für rund 25 Millionen Hepatitis-D-Infizierte weltweit bedeutet das neue Hoffnung, gab es doch bisher keine Heilung. Das Medikament ist ein Virusblocker, der Hepatitis-D- und -B-Viren am Eindringen in die Zellen hindert. Vor rund 25 Jahren hat der DZIF-Wissenschaftler Stephan Urban mit seinen Forschungen am Uniklinikum Heidelberg den Grundstein gelegt, nun konnte er mit dem DZIF und weiteren Partnern die erfolgreiche Translation feiern. Mehr im Artikel "Peking-Ente, investigativ".

DZIF

Zwei weitere DZL-Wissenschaftler zur Leopoldina berufen

Mit Martina Muckenthaler und Uwe Haberkorn vom Standort Heidelberg wurden eine weitere Forscherin und ein weiterer Forscher des DZL in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft im Ausland und berät Politik und Öffentlichkeit. Auch im Rahmen der Corona-Krise waren ihre Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für politische Maßnahmen. Die Wahl zum Mitglied ist eine Auszeichnung für bedeutende wissenschaftliche Leistungen.

DZL

Stefanie Dimmeler neue Vorstandssprecherin des DZHK
Prof. Stefanie Dimmeler

Prof. Stefanie Dimmeler

Prof. Stefanie Dimmeler ist neue Vorstandssprecherin des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung und tritt ihr Amt im Januar 2021 an. Sie übernimmt die Funktion von Prof. Thomas Eschenhagen, der diese Position seit der Gründung des DZHK Jahre innehatte. Die Biologin erforscht am Universitätsklinikum Frankfurt unter anderem, welche Rolle Micro-RNAs bei Herzerkrankungen spielen und welches therapeutische Potenzial sie haben.

DZHK

„Explosion im Krebsgenom“: Viel häufiger als angenommen

Chromothripsis nennt sich die Form der Genominstabilität, bei der ein oder einige wenige Chromosomen in einem vermutlich einmaligen katastrophalen Ereignis geradezu „explodieren". Solche Veränderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Galt das Phänomen bislang als eher selten, so zeigten Wissenschaftler um Aurélie Ernst am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nun, dass die Häufigkeit erheblich unterschätzt wurde.

In Zusammenarbeit mit dem DKFZ/NCT/DKTK MASTER-Programm untersuchten die Forscher 634 Tumorproben von 28 Krebsarten, die alle wichtigen Krebserkrankungen bei Erwachsenen abdecken. Dabei fanden sie die Spuren der Chromosomen- Explosion bei 49 Prozent aller untersuchten Patienten. Besonders häufig betroffen waren Tumoren von Patienten, die bereits von ihren Eltern eine Mutation geerbt haben, die für die Krebsentstehung disponiert.

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